{"id":19,"date":"2018-11-05T16:43:27","date_gmt":"2018-11-05T16:43:27","guid":{"rendered":"http:\/\/sebastian-middendorf.de\/?p=19"},"modified":"2018-11-05T16:50:29","modified_gmt":"2018-11-05T16:50:29","slug":"glaubenssaetze-oder-bananen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/sebastian-middendorf.de\/?p=19","title":{"rendered":"Glaubenss\u00e4tze oder Bananen"},"content":{"rendered":"<header class=\"entry-header\">\n<h1 class=\"entry-title\"><strong style=\"font-size: 16px;\">Glaubenss\u00e4tze oder warum dir eine Banane den Tag\u00a0<\/strong><strong style=\"font-size: 16px;\">versaut<\/strong><\/h1>\n<\/header>\n<div class=\"entry-content\">\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>In einem in 2011 ver\u00f6ffentlichtem Experiment beschreibt Michael Michalko einen Versuch, in dem er das Lernverhalten von Affen untersucht hat. In diesem Experiment hat er eine Gruppe von 5 Affen in einen Raum gesteckt, eine Leiter in die Mitte des Raumes platziert und dar\u00fcber, durch eine Klappe in der Decke, eine Banane herab h\u00e4ngen lassen. Die Affen mussten also auf die Leiter um die Banane zu erreichen.<\/p>\n<p>Als die Affen die Leiter bestiegen hatten und der erste Affe die Banane erreicht hatte, wurden die \u00fcbrigen Affen mit Eiswasser \u201egeduscht\u201c. Nachdem die Affen wieder getrocknet waren, wurde eine weitere Banane \u00fcber die Leiter gehangen. Als der schnellste Affe die Banane erreicht hatte, wurden die \u00fcbrigen Affen wieder mit dem Eiswasser geduscht. Da die Affen generell nicht besonders begeistert vom Eis waren und gelernt hatten, dass wenn einer von ihnen die Banane von der Decke pfl\u00fcckt ha,t alle anderen mit Eiswasser \u00fcbergossen wurden, wurden nun alle Versuche von den Affen-Kollegen auf die Leiter zu steigen sofort vom Rest der Gruppe unterbunden. Da die Affen nicht besonders zimperlich gewesen sind, hat sich nun keiner mehr auf die Leiter getraut um die Banane zu pfl\u00fccken, selbst wenn diese doch so begehrenswert war.<\/p>\n<p>Nachdem sich nun dieses Verhalten etabliert hatte, wurde ein Affe aus der Gruppe gegen einen neuen Affen ausgetauscht. Dieser Affe konnte weder gesehen, noch geh\u00f6rt haben was sich die Tage vorher in diesem Raum abgespielt hatte.<\/p>\n<p>Nun wurde wieder eine Banane \u00fcber der Leiter platziert. Der neue Affe kannte nat\u00fcrlich das erlernte Verhalten der anderen Affen noch nicht und wollte sich sofort diese verlockende Banane schnappen. Als der neue Affe allerdings die Leiter betreten hatte, wurde er von den restlichen Affen sofort wie gewohnt attackiert. Der neue Affe hat nach wenigen Versuchen aufgegeben und gelernt, dass wenn er sich der Banane n\u00e4hert, er sofort von dem Rest der Gruppe attackiert wird.<\/p>\n<p>Nach und nach wurden nun auch die \u00fcbrigen 4 Affen ausgetauscht. Nachdem alle 5 Affen vom dem Anfang des Experiments ausgetauscht waren, blieb das Verhalten der Gruppe gleich, selbst wenn keiner der jetzt am Experiment beteiligten Affen je mit Eiswasser \u00fcbergossen wurde.<\/p>\n<p>Die Affen haben also ein Verhalten erlernt \/ adaptiert, von dem sie gar nicht mehr wussten warum sie es taten und wozu es gut war.<\/p>\n<p>Wenn wir nun diesen \u201eLernerfolg\u201c auf uns Menschen \u00fcbertragen, dann wird recht schnell klar, dass wir sehr viele Verhaltensweisen oder Regeln irgendwann \u00fcbernommen haben, ohne diese jemals wieder zu hinterfragen, ob diese sinnvoll sind. Man k\u00f6nnte diese Verhaltensweisen auch mit dem Begriff \u201eGlaubenss\u00e4tze\u201c beschreiben.<\/p>\n<p>Da wir nun wissen, was Glaubenss\u00e4tze sind und die Entstehung dieser erkannt haben, stellt sich doch die Frage, kann man diese nicht einfach wieder \u00e4ndern? \u201eKlar\u201c \u2013 k\u00f6nnte man denken. Ich kann mich doch entscheiden anders zu denken oder zu handeln. Oft ist es aber leider nicht so leicht, Glaubens\u00e4tze zu \u00e4ndern, geschweige denn diese zu erkennen.<\/p>\n<p>Stellen wir uns doch einmal ein Kind vor, das von klein auf gesagt bekommt: \u201eschwul sein ist schei\u00dfe\u201c. Dieses Kind h\u00f6rt dies vielleicht schon von seinen Eltern, im Kindergarten, in der Grundschule und sp\u00e4ter in der \u201eweiterf\u00fchrenden\u201c Schule. Es ist doch sehr wahrscheinlich, dass dieses Kind zumindest nicht unvoreingenommen mit dem Thema Homosexualit\u00e4t umgehen k\u00f6nnen wird. Je \u00f6fter es geh\u00f6rt hat \u201eschwul sein ist schei\u00dfe\u201c desto mehr hat es sich in sein Unterbewusstsein eingepr\u00e4gt und beeinflusst in enormer Weise sein Denken und Handeln.<\/p>\n<p>Sollte sich nun allerdings dieses Kind irgendwann einmal in einen gleichgeschlechtlichen Menschen verlieben, dann muss es gegen diesen Glaubenssatz ank\u00e4mpfen. Dass dies kein leichtes Unterfangen sein wird, d\u00fcrfte jedem Menschen klar sein.<\/p>\n<p>Aber es m\u00fcssen gar nicht immer diese Extreme sein. Es reichen ja schon die kleinen, immer wieder gepredigten S\u00e4tze, die wir vielleicht aus unserer Kindheit kennen. So etwas wie \u201eSei nicht so gierig\u201c, \u00a0\u201efalle blo\u00df nicht auf\u201c, \u201eDu musst immer flei\u00dfig sein um etwas zu erreichen\u201c oder \u201enur wer studiert hat kann was werden\u201c. Diese und viele weitere S\u00e4tze bringen uns dazu, Dinge zu tun, die wir gar nicht wollen und uns ggf. v\u00f6llig in unseren M\u00f6glichkeiten hemmen.<\/p>\n<p>Nehmen wir einfach mal eine Kombination aus den oberen vier S\u00e4tzen. Wenn ein Kind nicht gierig sein darf, nicht auffallen soll aber immer flei\u00dfig sein muss und eigentlich auch studieren muss um Erfolg zu haben, das hat eigentlich keine Chance wirklich erfolgreich sein zu k\u00f6nnen. Denn nur wer auff\u00e4llt sticht aus der Masse, nur wer gierig \/ hungrig ist, wir die extra Energie haben Ziele zu erreichen. Wer immer nur flei\u00dfig ist, sich aber nie eine Auszeit genehmigen darf, der rennt irgendwann wom\u00f6glich in einen Burnout. Und wenn jemand einfach kein Typ f\u00fcr das Studium ist, kann er dann nicht trotzdem in dem was er stattdessen macht sehr erfolgreich sein? Ich kenne viele Menschen die nicht studiert haben und trotzdem gl\u00fccklich und vor allem sehr erfolgreich sind. Ich kenne allerdings auch viele die studiert haben und ungl\u00fccklich und nur m\u00e4\u00dfig erfolgreich sind.<\/p>\n<p>Wir haben also nun gelernt, dass wir alle viele Glaubenss\u00e4tze in uns tragen, die uns mal mehr und mal weniger in unseren Entscheidungen beeinflussen und uns teilweise vom Erfolg fernhalten. Genau an diesem Punkt m\u00f6chte ich gerne mit dir ansetzen und dich, mit dir zusammen, von deinen unn\u00f6tigen Glaubenss\u00e4tzen befreien.<\/p>\n<p>Stell dir doch mal die M\u00f6glichkeiten vor die du ohne einschr\u00e4nkende Glaubenss\u00e4tze h\u00e4ttest, egal ob du 10 oder 80 Jahre alt bist.<\/p>\n<p>Erlebe, wie sich die Freiheit zu w\u00e4hlen anf\u00fchlt und ruf mich an. Oder willst du dich mit dem zweitbesten Leben zufriedengeben?<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.psychologytoday.com\/blog\/games-primates-play\/201203\/what-monkeys-can-teach-us-about-human-behavior-facts-fiction\">Hier der Link zu dem englischen Original-Artikel.<\/a><\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Glaubenss\u00e4tze oder warum dir eine Banane den Tag\u00a0versaut &nbsp; In einem in 2011 ver\u00f6ffentlichtem Experiment beschreibt Michael Michalko einen Versuch, in dem er das Lernverhalten von Affen untersucht hat. 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